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Stadt Speyer Startseite
Ein breiter Radweg neben einer großen Straße

Beteiligung zur Pendler-Radroute "Schifferstadt - Wörth"

Sowohl das Land Rheinland-Pfalz als auch die Stadt Speyer investieren seit Jahren kontinuierlich in den Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur. Ausbaumaßnahmen, die den Weg zur und von der Arbeit gegenüber dem motorisierten Individualverkehr attraktiver gestalten sollen, wurden bislang oftmals kleinräumig geplant, während vorrangig im Freizeitverkehr und touristischen Verkehr bereits großräumige Konzepte erstellt wurden. Mit der Etablierung von Radschnellverbindungen wird nun seit einigen Jahren deutschlandweit das Pendeln ebenfalls großräumig gedacht.

Wann passierte was? 

In Rheinland-Pfalz wurde 2014 eine Studie zur „Potenzialbetrachtung Radschnellverbindungen in Rheinland-Pfalz“ erarbeitet. Ziel dieser Studie war es, mögliche Räume für Pendler-Radrouten (PRR) und Radschnellverbindungen (RSV) zu definieren. Einen Raum mit entsprechendem Potential für eine PRR umfassen die betroffenen Kommunen Schifferstadt, Speyer, Germersheim und Wörth. Weitere Informationen hierzu können hier abgerufen werden.

Wie kann man sich in den Planungsprozess einbringen? 

Für alle Abschnitte mit angrenzender Wohn- und Gewerbenutzung sind zu gegebener Zeit im Rahmen der Entwurfsplanung weitere Bürgerbeteiligungen mit Vor-Ort-Gesprächen vorgesehen. Diese werden an dieser Stelle bekannt gegeben. 

Es ist zu betonen, dass sich alle bislang noch nicht umgesetzten Abschnitte noch im Stadium der Vorplanung befinden. Die im Maßnahmenkatalog der Machbarkeitsstudie vorgestellten Lösungen sind lediglich erste Vorschläge. Daher sind seitens LBM und Stadtverwaltung Detailfragen noch vertieft zu prüfen, wodurch sich Änderungen an der Planung ergeben können. Für die politischen Gremien, Rad- und Behindertenbeauftragte sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger besteht daher noch bei den Entwurfsplanungen der jeweiligen Abschnitte die Gelegenheit, ihre Ideen und Wünsche einzubringen.

Vergangene Beteiligungsmöglichkeiten:

Interessierte Bürgerinnen und Bürger hatten im Beteiligungszeitraum vom 16. Januar bis einschließlich 4. Februar 2024 die Möglichkeit, ihre Fragen und Anregungen zum Projekt der Pendler-Radroute an die Stadtverwaltung zu übermitteln. Alle eingegangen Stellungnahmen & Anregungen dazu haben wir Ihnen hier hinterlegt:

Selbstverständlich steht die Stadt Speyer auch nach diesem Zeitraum weiterhin für jegliche Rückfragen zum Projekt zur Verfügung.

Um was geht es konkret? 

Bei einer Pendler-Radroute handelt es sich um eine Art Radschnellweg, jedoch mit etwas abgeschwächten Standards. Gegenüber ganz gewöhnlichen Radverkehrsanlagen werden an Pendler-Radrouten wiederum höhere Anforderungen gestellt. Die Planung und Umsetzung einer Pendler-Radroute "Schifferstadt - Wörth" wird innerhalb der Stadt Speyer gemeinsam vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Speyer und der Stadt Speyer koordiniert. In einer Machbarkeitsstudie, mit der das Planungsbüro VAR+ mit Sitz in Darmstadt beauftragt wurde, wurden verschiedene Verläufe unter festgelegten „Übergabepunkten“ in Richtung Schifferstadt und Römerberg begutachtet.

Als "Übergabepunkt" ist (in Richtung Schifferstadt) im Norden der Stadt Speyer der bestehende Geh- und Radweg entlang der L454 bzw. der Schifferstadter Straße festgelegt. Im Süden der Stadt Speyer wurde als "Übergabepunkt" (in Richtung Römerberg) die Wimphelingstraße bzw. der Wirtschaftsweg westlich der Bahnstrecke vereinbart.

Zwischen diesen beiden "Übergabepunkten" wurden drei Varianten diskutiert, wobei Variante 3 aufgrund ihrer Vorzüge präferiert wird:

Informationen zu Zulaufroute und Kosten:

Um eine adäquate Anbindung des Hauptbahnhofs an die Pendler-Radroute zu ermöglichen, wird eine entsprechende Zulaufroute über die Josef-Schmitt-Straße vorgesehen, die potenziell in Richtung Dudenhofen via Heinrich-Heine-Straße fortgeführt werden kann. Die Führung der vorgenannten Zulaufroute über die Josef-Schmitt-Straße bietet gegenüber einer Führung über die Friedrich-Ebert-Straße oder die Straße Am Woogbach mehrere Vorteile: 

  • bessere Erschließung der Deutschen Rentenversicherung, der Schulen und Kitas
  • moderates Verkehrsaufkommen; direkte geradlinige Verbindung Hauptbahnhof – Dudenhofen.

Die Zulaufroute soll in Form einer Fahrradstraße mit zugelassenem Kfz-Verkehr eingerichtet werden.

Das Speyerer Teilstück der Pendler-Radroute weist eine Länge von ca. 4,7 km auf. Die Länge der Zulaufroute zum Hauptbahnhof beträgt ca. 1,2 km, die Länge der optionalen Fortführung in Richtung Dudenhofen ca. 0,5 km. Über das Sonderprogramm "Stadt und Land" fördert das Land Rheinland-Pfalz Stand Januar 2024 Planungs- und Baukosten der Pendler-Radroute mit bis zu 90 %. Im gegenwärtigen Planungsstadium lassen sich die Kosten der Pendler-Radroute innerhalb der Zuständigkeit der Stadt Speyer noch nicht genau genug beziffern, da die Lösung von Detailfragen wie Umbauten von Kreuzungen oder Brücken noch zu klären ist.

Den kompletten Maßnahmenkatalog sowie den entsprechenden Lageplan können Sie hier einsehen:

Die gewählte Vorzugstraße (siehe oben Variante 3) der Pendler-Radroute lässt sich grob in vier Bereiche mit verschiedenen Führungsformen unterteilen:

Problematische Stellen: 

Als problematische Stellen, deren Lösung, wenn überhaupt möglich, mit einem hohem Aufwand einher geht und/oder an denen die Ziele der Pendler-Radroute nicht vollständig erreicht werden können, wurden insbesondere folgende Stellen identifiziert:

Synergien und Herausforderungen:

Die Schaffung einer Pendler-Radroute durch Speyer soll in Einklang mit anderen aufgestellten Zielen und Konzepten der Stadt Speyer stehen und deren Umsetzung fördern. Hierzu zählen in erster Linie folgende Leitbilder:

  • Verkehrsentwicklungsplan
  • Radverkehrskonzept
  • Barrierefreiheit
  • Lärmaktionsplan
  • Schulwegekonzept
  • Entsiegelung, Begrünung und Mikroklima

Die vollständige Umsetzung gewünschter Pendler-Radroute-Standards wird insbesondere durch die folgenden Aspekte behindert:

  • finanzielle und personelle Restriktionen
  • vorliegende Straßenraumbreiten mit angrenzender Bebauung
  • erhaltenswerter und teilweise geschützter Baumbestand
  • hoher Parkdruck in bestimmten Gebieten

Mit Blick auf die vorgenannten Synergien und Konflikte hat die Stadt Speyer eine Absichtserklärung zur Umsetzung der Pendler-Radroute unter folgenden Rahmenbedingungen formuliert:

  • Die Pendler-Radroute wird durch die Stadt Speyer in Eigenverantwortung geplant und realisiert. Die Stadt Speyer wird bei der Umsetzung eng mit dem LBM zusammenarbeiten, bei Bedarf ebenfalls mit anderen Kommunen entlang der Route.
  • Die Umsetzung erfolgt schrittweise in Abhängigkeit der vorliegenden finanziellen und personellen Kapazitäten.
  • Die jeweiligen Einzelmaßnahmen (beispielsweise Umbau einer Kreuzung) werden den Gremien zu gegebener Zeit mit einer Kostenschätzung vorgestellt und von diesen individuell genehmigt.
  • Einzelmaßnahmen, die Synergieeffekte mit anderen Projekten hervorrufen, sollen priorisiert umgesetzt werden (beispielsweise barrierefreier Ausbau der Bushaltestellen).
  • Die Umsetzung der Pendler-Radroute darf nicht zu einer jahrelangen einseitigen Bindung der begrenzten Ressourcen führen. Andere Stadtgebiete und andere nachhaltige Verkehrsmittel dürfen nicht außer Acht gelassen werden.
  • Die Alleebäume entlang von Landwehr-, Kurt-Schumacher- und Theodor-Heuss-Straße sollen erhalten bleiben.
  • Die Belange der Anwohnenden entlang der Pendler-Radroute sind besonders zu berücksichtigen.

Aufgrund der großen Länge der Pendler-Radroute sollen die Entwurfsplanung, Ausführungsplanung, Vergabe und Bauausführung in geeignet große und weitgehend homogene Abschnitte aufgeteilt werden, die in den kommenden Jahren sukzessive umzusetzen sind. Die offizielle Widmung der Trasse als Pendler-Radroute ist bereits dann denkbar, wenn die Pendler-Radroute-Standards größtenteils hergestellt wurden und nur noch an einzelnen Stellen wie Knotenpunkten Defizite bestehen. Die Abschnitte werden wie folgt festgelegt [in Klammern der prozentuale Anteil der Abschnitte an der Gesamtstrecke von 4,7 km]:

  1. Schifferstadter Straße [6 % - bereits abgeschlossen]
  2. Landwehrstraße [25 %]
  3. Kurt-Schumacher-Straße Nord (zw. Iggelheimer Straße und Berliner Platz) [13 %]
  4. Kurt-Schumacher-Straße Süd (zw. Berliner Platz und Friedrich-Ebert-Straße) [5 %]
  5. Theodor-Heuss-Straße Nord (zw. Friedrich-Ebert-Straße und Josef-Schmitt-Straße) [12 %]
  6. Theodor-Heuss-Straße Süd (zw. Josef-Schmitt-Straße und Dudenhofer Straße) [6 %]
  7. Vincentius- und Holzstraße [16 % - bereits abgeschlossen]
  8. Wimphelingstraße [10 %]
  9. Wirtschaftswege Richtung Römerberg [7 %]

Ausblick:

Im Frühjahr 2024 erfolgte eine Diskussion und die Beschlussfassung zur Trasse der Pendler-Radroute in den städtischen Gremien. Seitdem laufen die Planungen für den Abschnitt Landwehrstraße. Diese erfolgen in Einklang mit dem politischen Prüfantrag "Verbesserung der Verkehrssicherheit in der Landwehrstraße". Ferner wird in der Machbarkeitsstudie dem Ausbau des Abschnitts "Schifferstadt – Speyer" ein sehr hohes Kosten-Nutzen-Verhältnis aufgrund großer Verlagerungspotenziale vom Kfz- auf den Radverkehr attestiert. Daher will die Stadt Speyer gemeinsam mit dem LBM Speyer auf eine priorisierte Realisierung der Pendler-Radroute entlang der L454 zwischen OD-Punkt Schifferstadter Straße und Kreisel am Mitfahrerparkplatz hinarbeiten. Während der Ausbau des Geh- und Radwegs in die Zuständigkeit des LBM Speyer fällt, obliegen die Verbindungen zur Draisstraße, dem Ginsterweg und dem Eibenweg der Zuständigkeit der Stadt Speyer.

Sobald die Planung des Abschnitts Landwehrstraße fertiggestellt ist, werden wir entsprechend informieren und die Bürgerschaft sowie Gremien zur Diskussion einladen.